Bei der Perthes-Erkrankung handelt es sich um eine meist gutartig verlaufende Wachstumsstörung des Hüftkopfes auf einer oder beiden Seiten der Hüfte. Auslöser ist eine Durchblutungsstörung des Hüftkopfes. In schwerwiegenden Fällen kann es aufgrund dieser Durchblutungsstörung dazu kommen, dass Teile des Hüftknochens einbrechen oder der Knochen teilweise abstirbt (Hüftkopfnekrose).

Ein fünfjähriger Junge hinkt plötzlich ohne erkennbare Ursache. Die Eltern machen sich Sorgen. Über den Kinderarzt finden sie zum Orthopäden, der schnell „bei der Sache“ ist: Er diagnostiziert einen Morbus Perthes, die häufigste Hüfterkrankung bei Kindern zwischen dem vierten und sechsten Lebensjahr.

Die Krankheit tritt im Schnitt bei einem von 1.200 Kindern zwischen dem zweiten und zehnten Lebensjahr auf. Die meisten Fälle zeigen sich im fünften bis siebten Lebensjahr. Jungs erkranken daran häufiger als Mädchen, das Geschlechterverhältnis beträgt 4 : 1. Bei 15 Prozent der Kinder sind beide Hüftgelenke befallen. Zur Entstehung des Morbus Perthes gibt es viele Theorien, insgesamt ist die Ursache jedoch unbekannt.

1. DiagnoseIm typischen Perthes-Alter zwischen vier und sieben Jahren zeigt sich klinisch meist nur ein unspezifisches Hinken. Schmerzen werden nur von drei Vierteln der Patienten angegeben, ein Viertel klagt hierbei ausschließlich über Knie- und oder Oberschenkelschmerzen.
2. VerlaufDer Morbus Perthes heilt immer aus. Dabei durchläuft er verschiedene Stadien.
3. TherapieDas Ziel der Behandlung besteht darin zu verhindern, dass die Hüfte deformiert wird und ihre Beweglichkeit auch in der Phase der verminderten Belastbarkeit aufrecht erhalten bleibt. Wenn bereits Verformungen eingetreten sind, zielt die Behandlung darauf ab, die Gelenkkongruenz wiederherzustellen - sprich dafür zu sorgen, dass Pfanne und Hüftkopf wieder zueinander passen.
4. PrognoseDie Prognose bei Morbus Perthes hängt von vielen Einzelfaktoren ab. Der behandelnde Arzt kann daher bei der Diagnose noch nicht eindeutig vorhersagen, wie die Krankheit verlaufen und ausheilen wird.