Entgegen der landläufigen Meinung ist Osteoporose, auch Knochenschwund genannt, keine Krankheit, mit der ausschließlich Frauen nach ihrer Menopause zu kämpfen haben. Auch Männer können davon betroffen sein.

Wenn Männerknochen spröde werden
Manfred (36) ist deprimiert. Sein Rücken schmerzt permanent, und als seine Beschwerden nach einem Sturz vom Fahrrad noch zunehmen und er einen Arzt aufsucht, diagnostiziert dieser Osteoporose, auch Knochenschwund genannt: Manfreds Wirbelsäule ist den normalen Belastungen des Alltags nicht mehr gewachsen, weil seine Knochen durch zunehmende Entkalkung an Substanz und Festigkeit verlieren, die Wirbel spröde werden und leichter brechen.

Manfred leidet an ausgeprägten Druck- und Klopfschmerzen über allen Wirbelsäulenabschnitten, besonders im Brust- und Lendenwirbelbereich (= thorakolumbaler Übergang). Die Muskeln neben der Wirbelsäule sind verhärtet (= paravertebrale Myogelosen), was die Beweglichkeit der einzelnen Wirbelsäulenabschnitte sehr einschränkt – so ist etwa der Finger-Fußboden-Abstandstest mit Manfred nicht durchführbar. Immerhin entwickelt Manfred trotz fortschreitender Osteoporose nicht den typischen Rundrücken oder das „Tannenbaum“- und „Fichtenbaumphänomen“.

1. Wie wird untersucht?Dem Arzt stehen folgende Untersuchungsmetoden zur Verfügung: Tomografie, Blutuntersuchung, Knochenhistologie.
2. Die Psyche unter DruckDass Manfred fortan regelmäßig Pillen schlucken muss, findet er nicht weiter schlimm. Schlimmer ist der Schmerz, der ihm im Rücken sitzt und ihn täglich daran erinnert, dass acht seiner Wirbel angebrochen sind. Am schlimmsten findet er jedoch, dass ausgerechnet er an einer typischen Frauenkrankheit leidet und sich von seinen Kollegen hänseln lassen muss, weil er nicht mehr schwer heben darf. Und das als Heizungsbauer.
3. Von wegen FrauenkrankheitNach wie vor wird die Osteoporose als Frauenkrankheit gehandelt.
4. Therapie wie bei FrauenDie genau genommen nur für Frauen geltende Osteoporose-Definition der Weltgesundheitssorganisation gilt - das zeigen mittlerweile verschiedene Untersuchungen – auch für Männer.