Gicht – oder früher Zipperlein genannt – ist eine vermutlich erblich bedingte Entgleisung des Harnstoffwechsels. Hauptsächlich ausgelöst durch eine Fehlernährung kommt es bei dieser Wohlstandskrankheit zu einer erhöhten Konzentration von Harnsäure im Blut und den übrigen Körperflüssigkeiten. Schmerzen in den Gelenken und Koliken sind die Folge.

Der medizinische Fachausdruck „Hyperurikämie“ beschreibt diese erhöhte Konzentration (Hyper-) der Harnsäure (-urik-) im Blut (-ämie). Bei etwa 30 Prozent der erwachsenen Männer und drei Prozent der Frauen kommt eine solche Hyperurikämie vor. Östrogene scheinen die Ausscheidung der Harnsäure zu begünstigen, weshalb Frauen meist erst nach den Wechseljahren betroffen sind.

Ursache der Gicht ist eine vermehrte Bildung von Harnsäure und/oder eine verminderte Ausscheidung von Harnsäure über die Niere. Überschreitet die Konzentration der Harnsäure in den Körperflüssigkeiten einen bestimmten Grenzwert, bilden sich Harnsäurekristalle. Diese verursachen in den Gelenken eine Reizung und Entzündung, die auf lange Sicht zu bleibenden Schäden führen.

Harnsäurekristalle lagern sich auch in Knorpeln, Knochen, Schleimbeuteln, Sehnenscheiden, im Bindegewebe unter der Haut und in der Niere ab. Folgen: Gichtanfälle in den Gelenken und Koliken auf Grund von Nierensteinen. Während erwachsene Männer jedes Alters von der Gicht befallen werden können, ist die Gicht bei Frauen vor den Wechseljahren sehr selten. Drei Prozent der Männer ab 65 hatten bereits einen Gichtanfall.

1. Stoffwechsel der HarnsäureHarnsäure gehört zu einer Gruppe von Substanzen, die man mit dem chemischen Fachausdruck „Purine“ bezeichnet. Purine sind lebensnotwendige Bausteine der Zellen von Mensch, Tier und Pflanze. Die bei der fortlaufenden Erneuerung von Zellen im Körper des Menschen freigesetzten Purine werden zu Harnsäure umgewandelt. Harnsäure kann nicht weiter abgebaut werden und wird über die Niere im Harn ausgeschieden.
2. Wie tritt Gicht auf?Gicht ist nicht einfach Gicht; es gibt unterschiedliche Stadien mit jeweils verschiedenen Erscheinungsformen.
3. Warum gefährlich?Wiederholte Anfälle im gleichen Gelenk schädigen im Verlauf von Jahren das Gelenk man spricht von einer chronischen Gelenkgicht.
4. Was begünstigt Gicht?Die Ursache der primären Gicht ist eine angeborene Stoffwechselstörung. Die Folgen dieses Stoffwechselfehlers werden jedoch durch die Ernährung, insbesondere die Zufuhr von stark purinhaltigen Lebensmitteln und Alkohol, deutlich verstärkt.
5. AkuttherapieNach einem Gichtanfall kann die so genannte Akuttherapie Schmerzen und Entzündungsreaktionen mindern.
6. DauertherapieIn der beschwerdefreien Zeit sollte ebenfalls eine medikamentöse Behandlung erfolgen, um die Harnsäurespiegel dauerhaft zu senken und einem weiteren Gichtanfall vorzubeugen.
7. ErnährungDie richtige Ernährung ist auch heute noch die Basis der Behandlung erhöhter Harnsäurespiegel. Durch eine purinarme, ernährungsphysiologisch vollwertige Kost können grobe Fehler in der Ernährung ausgeschaltet und die Einnahme von Arzneimitteln verringert oder ganz vermieden werden.