Die Prognose bei Morbus Perthes hängt von vielen Einzelfaktoren ab. Der behandelnde Arzt kann daher bei der Diagnose noch nicht eindeutig vorhersagen, wie die Krankheit verlaufen und ausheilen wird.

Es gelten beispielsweise folgende Punkte:
  • Je früher der Morbus Perthes auftritt, desto besser ist die Prognose.
  • Je geringer der Befall des Hüftkopfes ist, desto besser ist die Prognose.
  • Je mehr Risikozeichen vorhanden sind, desto schlechter ist die Prognose.
  • Je größer die Einschränkung der Beweglichkeit ist, desto schlechter ist die Prognose.

    Entscheidend ist, dass der Patient regelmäßig untersucht wird. Ändert sich im Verlauf der Krankheit der Befund, muss der eingeschlagene therapeutische Weg unter Umständen geändert werden.

    Untersuchungen über Spätergebnisse nach Morbus Perthes liegen bisher nur in unbefriedigender Form vor. Demnach zeigen Erwachsene im Alter von 45 Jahren, die als Kind an Morbus Perthes erkrankt waren, in annähernd 80 Prozent gute oder sehr gute Ergebnisse. Andere Studien zeigten jedoch, dass die Hälfte der Perthes-Patienten 50 Jahre nach ihrer Erkrankung ein künstliches Hüftgelenk benötigten. Bei ihnen hatte der Morbus Perthes eine Arthrose des Hüftgelenks verursacht.

    Was können wir tun?

    Im Mittelpunkt der Behandlung des Morbus Perthes steht die Aufrechterhaltung der Beweglichkeit in dem betroffenen Hüftgelenk. Dies gilt sowohl für die konservative als auch die operative Therapie. Das Hüftgelenk sollte bewegt, aber vor Stoßbelastungen geschützt werden. Das bedeutet, dass das betroffene Kind bis zur Ausheilung – die immerhin fünf Jahre in Anspruch nehmen kann – nicht am Schulsport oder anderen sportlichen Aktivitäten teilnehmen sollte. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Kind in Bewegungslosigkeit erstarren sollte, im Gegenteil: Übungen und Bewegungsabläufe, bei denen die Hüfte nur teilweise beansprucht wird – wie etwa beim Radfahren oder Schwimmen (Kraulen oder Rückenschwimmen) – sind sehr wichtig. Dies gilt umso mehr, als dass sich eine aus Inaktivität resultierende Gewichtszunahme vor allem größerer Kinder negativ auf den Verlauf auswirkt.

    Eine medikamentöse Therapie, die den Morbus Perthes nachweislich beeinflusst, gibt es bislang nicht. Auch eine Ernährungsumstellung bleibt ohne Aussicht auf Erfolg. Allerdings sollte auf eine gesunde Ernährung geachtet werden, die auch einer unverhältnismäßigen Gewichtszunahme entgegenwirkt.

    Wenn erst einmal ein Hüftgelenk befallen ist, lässt sich bei 15 Prozent der kleinen Patienten gegen die Erkrankung des zweiten Gelenkes mit therapeutischen Maßnahmen nichts machen.

    Was mit den Geschwisterkindern?

    Eine familiäre Häufung ist nicht nachgewiesen, so dass Geschwister nicht zwangsläufig am selben Krankheitsbild leiden müssen.

    Dr. med. Ch. Niedhart
    Prof. Dr. F. U. Niethard

    Orthopädische Universitätsklinik RWTH Aachen
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