Morbus Perthes
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3. TherapieDas Ziel der Behandlung besteht darin zu verhindern, dass die Hüfte deformiert wird und ihre Beweglichkeit auch in der Phase der verminderten Belastbarkeit aufrecht erhalten bleibt. Wenn bereits Verformungen eingetreten sind, zielt die Behandlung darauf ab, die Gelenkkongruenz wiederherzustellen - sprich dafür zu sorgen, dass Pfanne und Hüftkopf wieder zueinander passen.Die Behandlung ist dreistufig: 1. Beobachtung mit Schonung des Kindes 2. Konservative Therapie 3. Operative Therapie Zunächst sollte das Hüftgelenk entlastet werden, etwa mit Stockstützen oder verschiedenen Schienen und Apparaten (Orthesen). Der Wert dieser Orthesen ist jedoch umstritten. Die weitere Therapie orientiert sich im Einzelfall am Alter, dem klinischen Befund (Bewegungseinschränkung) und den Veränderungen (Stadium, Ausdehnung des Hüftkopfbefalls und Risikofaktoren), die im Röntgenbild ersichtlich sind. Für den Heilungsvorgang ist es von besonderer Bedeutung, dass die Beweglichkeit des Hüftgelenkes erhalten bleibt. So lange es frei beweglich ist, muss es lediglich beobachtet und geschont werden - ein runder Lauf des Gelenkes führt während der Reparation nämlich auch zu einem runden Hüftkopf. Dies gilt vor allem für Kinder vor dem fünften Lebensjahr. Bei älteren Kindern ist die Gefahr, dass der Hüftkopf zerstört wird, größer – schon allein, weil das Kind schwerer ist und ein größeres Gewicht auf dem Hüftgelenk lastet. Unter diesen Umständen wird bei typischen morphologischen Veränderungen, auch bei geringer Bewegungseinschränkung, aber ohne röntgenologische Risikozeichen, das Hüftgelenk zunächst konservativ behandelt; sprich, es wird für eine Entlastung des Gelenkes gesorgt und Krankengymnastik verordnet, um die Beweglichkeit es Hüftgelenkes zu erhalten. Ziel dieser konservativen Therapie ist es, durch ein tägliches, unter Anleitung der Eltern durchgeführtes physiotherapeutisches Programm die Beweglichkeit des Hüftgelenkes zu verbessern. Ist dieses bei einer zusätzlich bestehenden Verkürzung der Anspreizmuskulatur (Adduktoren) nicht möglich, muss eventuell eine so genannte Tenotomie gemacht werden: Dabei werden einige Muskelsehnen teilweise durchtrennt. Auch eine Behandlung mit dem Nervengift Botulinumtoxin ist möglich – diese führt zu einer teilweisen und nur für gewisse Zeit bestehenden Lähmung der Anspreizmuskulatur, die Beweglichkeit der Hüfte wird besser. Sollten im Röntgenbild Risikofaktoren erkennbar sein und sollte außerdem die Bewegungseinschränkung anhalten, muss der Hüftkopf besser zentriert werden, um weiteren Deformitäten vorzubeugen. Dies kann durch eine operative Umstellung des Hüftgelenkes erreicht werden. Es stehen zwei Operationsmöglichkeiten zur Verfügung: Bei der so genannten intertrochantären Derotations-Varisationsosteotomie wird der Oberschenkelknochen am oberen Ende im Bereich des so genannten großen Rollhügels durchtrennt. Indem ein Knochenkeil entfernt wird, erreicht man eine stärkere Kippung des Schenkelhalses, damit der Hüftkopf besser in der Pfanne steht. Wird die damit beabsichtigte Überdachung des Hüftkopfes nicht erreicht, steht als weitere Möglichkeit eine Beckenosteotomie zur Verfügung. Hierbei werden abhängig vom Alter des Kindes verschiedene Operationen am Becken durchgeführt, die zu einer besseren Überdachung des Hüftkopfes durch die Pfanne führen. Mit diesen Operationen soll ein besseres Gelenkspiel erreicht werden, um das Hüftgelenk zu entlasten und bessere Bewegungsabläufe zu ermöglichen. Auf lange Sicht soll ein gleichmäßiger Wiederaufbau des Hüftgelenkes erreicht werden. Häufig müssen beide Operationen durchgeführt werden. Egal, nach welcher Methode operiert wurde: Im Anschluss darf das Hüftgelenk für mindestens drei, üblicherweise sechs Wochen nicht belastet werden. Nach dem Eingriff wird das Becken meist in einer Gipsschale gelagert. Von Anfang an gehören krankengymnastische Übungen zum Alltag des kleinen Patienten. Bei guter Stellung und komplikationslosem Verlauf kann er eventuell auch im Bewegungsbad üben. Nach drei Wochen kann das Hüftgelenk zunehmend belastet werden. Der Patient bekommt für die Dauer von weiteren sechs bis acht Wochen Unterarmgehstützen. |
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