|
|
|||
Neue Bewegungsfreiheit dank HTEPOft der letzte Ausweg aus der Coxarthrose: die HTEP. Wenn der Verschleiß des Hüftgelenks schon zu weit fortgeschritten ist, kann eine so genannte Hüft-Totalendoprothese vom Schmerz befreien und neue Bewegungsfreiheit bringen.Inge war am Verzweifeln. Die 68-jährige Frau hatte solche Schmerzen in der Hüfte, dass sie kaum noch laufen konnte. Anfangs hatte sie lediglich Beschwerden, wenn sie eine ganze Weile zu Fuß unterwegs war. Die schob sie auf ihr Alter und dachte, dass sie fortan wohl etwas kürzer treten müsse. Mittlerweile konnte sie jedoch kaum mehr treten. Sie verspürte selbst dann keine Linderung mehr, wenn sie im Bett lag und alle Viere von sich streckte. Da sie sich also kaum noch bewegen konnte, ging sie zum Arzt. Der diagnostizierte eine Coxarthrose, also eine Arthrose im Hüftgelenk. Wann ist eine HTEP notwendig? Sind die Möglichkeiten der operationsfreien Behandlung Physiotherapie, Packungen, Bäder und schmerzstillende/entzündungshemmende Medikamente ausgeschöpft, kann ein künstliches Hüftgelenk, auch Hüft-Totalendoprothese genannt, Schmerzfreiheit und neue Beweglichkeit bringen. Die Möglichkeit, ein geschädigtes Gelenk durch ein Implantat zu ersetzen, gehört zu den großen Fortschritten der Orthopädie des 20. Jahrhunderts. Der relativ einfache Aufbau des Hüftgelenks als Kugelgelenk hat schon vor Jahrzehnten Ärzte und Medizintechniker angeregt, ein künstliches Gelenk nachzubauen. Nachuntersuchungen, Verbesserungen in den Operationsmethoden und der verwendeten Materialien führten im Laufe der Zeit zu großen Fortschritten und zur Optimierung von Hüft-Totalendoprothesen. Europaweit werden heute etwa 400.000 Hüft-Totalendoprothesen pro Jahr implantiert: Das bedeutet, dass alle eineinhalb Minuten ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt wird. Mittlerweile kann also von einer Routineoperation gesprochen werden. Wie sieht die HTEP aus? Die HTEP ist der menschlichen Anatomie nachempfunden und besteht aus einer Hüftpfanne und einem Hüftschaft. Sie besteht aus speziell für medizinische Zwecke entwickelten Legierungen und Keramik, die gut vom menschlichen Gewebe angenommen werden sowie eine möglichst schmerzlose und dauerhafte Funktion des Gelenkes ermöglichen. Generell werden drei Prothesentypen unterschieden: Jeder Prothesentyp kann in einer Vielzahl von Modellen und unterschiedlichen Größen angefertigt werden. Die Wahl der Prothese richtet sich nach der Knochenform, dem Gewicht und den körperlichen Aktivitäten des Patienten. Der Operateur wird den Eingriff mit einer zeichnerischen Planung anhand der Röntgenbilder der erkrankten Hüfte vorbereiten und dabei Modell, Größe und Lage der Prothesenteile festlegen. Er muss aber auch während der Operation die Freiheit haben, ein anderes als das ursprünglich geplante Prothesenmodell einzusetzen. Vor der Operation Grundsätzlich wird die Entscheidung für eine Operation vom Patienten getroffen; in vielen Fällen ist die Lebensqualität schmerzbedingt so stark eingeschränkt und die Einnahme von Schmerzmitteln derart fortgeschritten, dass sich eine Operation aufdrängt. Der genaue Zeitpunkt der Operation wird dann mit den Beteiligten abgesprochen und auf Grundlage der verfügbaren Spitalkapazität festgelegt. In der Mehrzahl der Fälle ist das Einsetzen einer Hüftprothese somit ein geplanter Eingriff, auf den sich der Patient vorbereiten kann. Das kann er, indem er seinen allgemeinen Gesundheitszustand verbessert: Er sollte zum Beispiel das Rauchen aufgeben und – im Falle, er ist übergewichtig - versuchen, sein Gewicht zu reduzieren. Damit kann das Risiko, das mit jedem operativen Eingriff einhergeht, reduziert werden. Beim Einsetzen einer Hüft-Totalendoprothese kommt es unvermeidbar zu einem gewissen Blutverlust. Im Zuge dessen können Bluttransfusionen erforderlich werden. Um immunologische Reaktionen oder eine Übertragung von Infektionskrankheiten zu verhindern, kann eine Eigenblutspende angezeigt sein. Möglichkeiten einer Eigenblutspende sollte jeder Patient mit seinem Arzt besprechen. Das Ziel der Operation besteht darin, Schmerzfreiheit und einen möglichst optimalen Sitz der Prothese zu erreichen. Garantiert werden kann dies allerdings nicht. Bei gut passender Prothese kommt es zwar kaum zu unterschiedlichen Beinlängen. Wenn doch, sollte dies nicht auf Kosten des Operationserfolges ausgeglichen werden. Das kann auch später – etwa mit Hilfe spezieller Schuhe –geschehen. Nach der Operation Bereits am Tag der Operation oder am darauffolgenden Tag kann der Patient sein Bett verlassen und mit Bewegungsübungen beginnen. Diese senken das Risiko von Komplikationen ebenso wie regelmäßige Gymnastik, Kompressionsstrümpfe und Blutverdünnungspräparate. Die im Krankenhaus eingeleiteten Rehabilitationsmaßnahmen haben eine große Bedeutung für den Erfolg der Operation. Der behandelnde Arzt und die Physiotherapeuten werden mit dem Patienten individuell den Ablauf der Nachbehandlung besprechen. Schritt für Schritt wird er lernen, sich wieder schmerzfrei bewegen zu können. Verlaufen Operation und Rehabilitation unkompliziert, dauert der Krankenhausaufenthalt etwa zwei bis drei Wochen. Je nach Situation erfolgt6 die weitere Behandlung ambulant, während eines Kuraufenthaltes oder in einer Rehabilitationsklinik. Leben mit der HTEP Schon nach wenigen Wochen verläuft das Leben mit der HTEP wie vor der Operation: Man kann arbeiten, tanzen, Sport treiben. Allerdings sollte man die neu gewonnene Bewegungsfreiheit nicht überstrapazieren; auf extreme Belastungen (insbesondere Erschütterungen, stark belastende Bewegungen) verzichten und keine schweren Lasten heben. Als Sportarten eignen sich Laufen/Walking, Wandern, Skilanglauf, Rad fahren, Schwimmen und Tanzen. Uneingeschränkte Funktionsfähigkeit und Lebensdauer eines künstlichen Gelenkes können nicht garantiert werden. Vor allem bei jüngeren Patienten, die körperlich aktiver sind als ältere, kann eine Wechseloperation und das Einsetzen einer neuen Prothese notwendig werden. Die Lockerung der Prothese ist das häufigste mechanische Problem bei einer Totalendoprothesen-Operation. Regelmäßige Nachuntersuchungen in den Folgejahren sind sehr wichtig. Zum einen kann sich der Arzt so ein Bild machen vom Fortschritt der Rehabilitation und wie die Prothese vom Körper angenommen wird. Zum anderen kann er Komplikationen frühzeitig erkennen. Quelle: Patienteninformationen der Orthopädischen Uni-Klinik Regensburg bvo 03.04.2003 |
|||
| • Zurück |
