Der Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie e. V. (BVO) rät deshalb allen Menschen – sowohl den jungen, aber auch und gerade den älteren – Sport zu einem Teil ihres Alltags werden zu lassen. „Arthrosen, Osteoporose und Knochenbrüche zählen zu den häufigsten Erkrankungen im Alter“, erklärt BVO- Vorsitzender Dr. Siegfried Götte. „Die beste Präventivmaßnahme ist und bleibt Bewegung.“ Allerdings sollte jeder, der anfangen möchte zu trainieren, sich zunächst seinem Arzt vorstellen. Eine körperliche Überlastung sollte in jedem Fall vermieden werden, da sie erhebliche gesundheitliche Risiken in sich birgt. Für ältere Menschen, so Götte, eignen sich am ehesten Walking und Jogging.

Gerade für Menschen jenseits der 60 ziehen Erkrankungen des Bewegungsapparates – neben den oft chronischen Schmerzen - erhebliche Einschränkungen der Lebensqualität nach sich, da für sie die Alltagsbewältigung und Teilnahme am sozialen Leben ungleich schwerer ist. Allein in Deutschland haben 1,65 Millionen Frauen und 900.000 Männer Osteoporose bedingte Wirbelkörperbrüche zu beklagen; auf 95.000 beziffern sich die Oberschenkelhalsbrüche im Laufe eines Jahres. Es muss nicht betont werden, dass dem Gesundheitssystem enorme Kosten erspart würden, wenn mit Hilfe wirksamer Präventivmethoden die Sturzgefahr und damit verbundene Frakturen eingedämmt würden.

Allerdings ist nur für so genannte Hochrisikogruppen – dazu gehören Menschen, die älter als 80 Jahre sind oder einem besonderen Sturzrisiko unterliegen – nachgewiesen, dass reine Bewegungstherapie zur Vermeidung von Stürzen beiträgt. Dr. Götte empfiehlt deshalb eine Kombination aus Reaktionstraining, Medikamentenanpassung sowie Balance-, Kraft- und Gehtraining.

Jana Ehrhardt

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bvo 14.01.2004